Wie digital wird die Migros ab dem 1.1.2018?

Die Migros-Genosschenschaften haben letzte Woche einen neuen Kaiser gekrönt: den 47-jährigen Westschweizer Fabrice Zumbrunnen. Was er digital drauf hat, ist bisher noch nicht so sehr ersichtlich. Es gibt aber ein, zwei Anhaltspunkte, die aufzeigen, in welche Richtung die Migros in Zukunft stark wachsen möchte.

Die Migros Genossenschaften haben es gut. Alle Trends, die sie verpassen, kaufen sie sich nachträglich ein – sei es Digitec im Online-Bereich oder Santémed im Gesundheitsbereich. So denken viele. Das kann man sich auch leisten als Quasi-Duopolist in der Schweiz. Und – okay – auch Kritiker sollten zugeben: Da muss man sich das nötige Kleingeld auch erst mal erarbeiten. Den Grundstein aber legte kein Manager, sondern ein Visionär und Humanist: Einen wie Gottlieb „Dutti“ Duttweiler wird es beim orangen M nicht mehr so schnell ein zweites Mal geben. Ist ja alles Marketing und Excel-Files heute.

Fabrice Zumbrunnen. Bild: MGB

Und dieses orange Imperium wird bald – Herbert Bolliger wird am 31. Dezember 2017 nach 13 Jahren in Pension gehen – von Fabrice Zumbrunnen geleitet. Die Migros beschreibt das so: «Fabrice Zumbrunnen ist ein profunder Kenner der Migros. Bevor er vor fünf Jahren als Leiter des Departementes HR, Kulturelles & Soziales, Freizeit in die Generaldirektion des MGB wechselte, arbeitete er während 16 Jahren für die Migros-Genossenschaft Neuenburg-Freiburg, zuerst als Verkaufschef, dann als Verantwortlicher für das Marketing und die Logistik, bis er 2005 zum Geschäftsleiter gewählt wurde. Während dieser Zeit erneuerte er das gesamte Filialnetz und trieb die Expansion erfolgreich voran. Als Leiter des Departementes HR, Kulturelles & Soziales, Freizeit im MGB befasste er sich intensiv mit dem Gesundheitsmarkt und erschloss mit den Akquisitionen der Gesundheitszentren Medbase und Santémed für die Migros einen neuen, gesellschaftlich relevanten Bereich. Letztes Jahr wurde unter seiner Federführung auch die digitale Gesundheitsplattform Impuls lanciert.»

Immerhin zwei Sachen scheint Zumbrunnen erkannt zu haben: Die Gesundheit ist ein Wachstumsmarkt und der Kanal zu den Kunden ist online. Eine weitere gute Voraussetzung für das digitale Zeitalter: Logistik hat Zumbrunnen drauf, das hat der Betriebswirtschafter und Vater zweier Kinder im Verlauf seiner Karriere schon bewiesen.

Andrea Broggini, Präsident der Verwaltung MGB, sagt über Zumbrunnen: «Er versteht den klassischen Detailhandel, hat sich aber auch stark in das Thema Digitalisierung vertieft.»  In Zeiten des sich stark verändernden stationären wie auch digitalen Geschäfts sei das umso wichtiger, so Broggini weiter.

Und es gibt noch ein gutes Zeichen: Mit seinen 47 Jahren ist Fabrice Zumbrunnen der bisher jüngste Präsident der Generaldirektion MGB. Man darf gespannt sein, wie und wann Zumbrunnen im Digitalgeschäft auch jenseits von Digitec & Galaxus loslegen wird. Einen Tipp haben wir: Es wird im Gesundheits- und Fitnessmarkt sein.

Matej Mikusik, etailment.ch

 

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