Sharing, vollautonom & Co.

Zur Abwechslung hier mal ein kurzer Blick in die Autobranche – besser gesagt, was die Digitalisierung da so alles anstellt. Die Schweiz ist beim Carsharing so etwas wie ein weltweiter Vorreiter. Mobility hat bereits 2900 Fahrzeuge im Einsatz. Aber die neue Konkurrenz ist schon da.

Die Zukunft des Carsharing ist mehr als nur digital. Die Zukunft liegt in der App und im Bereich von Big Data – sei es für Private oder für Unternehmen. Software Start-Ups spannen dabei mit traditionellen Fahrzeugherstellern zusammen. Und Städte diskutieren die Themen der Mobilität der Zukunft intensiv
mit Disruptoren wie Uber & Co. Woher plötzlich die Eile?

Rund die Hälfte der Weltbevölkerung lebt heute in Städten.
 Diese Zahl soll bis 2030 um 60
 Prozent ansteigen. Vor diesem
Hintergrund hat die Ford Motor Company eine Kooperation mit
dem global führenden Bike-Sharing-Unternehmen Motivate sowie
 eine Vereinbarung zum Erwerb des durch Crowdsourcing entstandenen Pendelverkehr-Services Chariot verkündet.
Es geht zunächst um Lösungen für die Mobilität
in San Francisco.

Ford testet den driverless Fusion schon eifrig. Licht bräuchte man keins, der Fusion verfügt über eine Art Nachtsichtgerät.

Darüber hinaus baut Ford ein «City- Solutions»-Team auf, das in weiteren Städten überall auf der Welt fortschrittliche Mobilitätskonzepte realisieren soll. General Motors forscht mit dem Start-up Lyft, Opel mit Maven. Und BMW hat sich mit der Submarke «i» an der kalifornischen Plattform Scoop beteiligt. Bei Daim- ler ist es Car2Go. VW beteiligt sich an Gett.

Viel Aktivismus

Und die Schweizer Städte – sind sie schon bereit? Ist die Technologie schneller und halten die Regulatoren mit dem Tempo mit? Es gibt schon jetzt mehrere Beispiele in der Schweiz mit Car- und Bike-Sharing. BMW und die SBB etwa. Das Paket beinhaltet ein Generalabon- nement der 1. Klasse, ein Elektroauto i3 von BMW, einen Parkplatz am Bahnhof sowie die Mitgliedschaft bei Mobility und PubliBike. Rund 100 Personen dürfen dieses Angebot in diesem Jahr testen. Der Run darauf war gross, trotz des stolzen Preises von 12 200 Franken pro Jahr.

Auch andere Importeure sind nicht untätig: AMAG etwa beteiligt sich an der von Migros gegründeten Carsharing Plattform Sharoo und ist Mitaktionär bei Catch-a-Car. Ein Nachteil aber bleibt: Man muss noch immer selber fahren – und das begrenzt die Skalierbarkeit des ganzen Carsharings. Wäre das Auto vollautomatisch unterwegs, würde es ganz anders aussehen. Die Ausnutzung, Auslastung und somit Wertschöpfung des Systems wäre enorm. Auch ökologisch und städteplanerisch.

Behörden zu langsam

Das Problem aber ist, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen für autonomes Fahren mit dem Tempo der Technologie nicht Schritt halten können. Vorerst. Tesla hat das autonom fahrende Auto schon beisammen, wie das Video von letztem November eines autonom fahrenden Tesla Model S in Kalifornien gezeigt hat.

Uber ist mit Ford und weiteren Technologiepartnern auch schon sehr weit. Wir dürfen annehmen, dass auch Apple und Google in diesem Bereich ziemlich fit sind. Uber-Schweiz-Chef Rasoul Jalali sagte kürzlich am Microsoft Dynamics 365 First Look in Zürich: «Die Technologie ist immer schneller, als die regulativen und rechtlichen Rahmenbedingungen.» Für die selbstfahrenden Autos heisst das: Es wird noch etwas dauern, bis es soweit ist.

Ein Ford Fusion im Nachsicht-Modus.

Matej Mikusik – Founder etailment.ch, Retail-Guru & Car-Freak

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