Einzelhandel 2019: Zeit für die Entmystifizierung existierender Technologien

Viele Händler haben das Bedürfnis, die heutigen Technologien zu entmystifizieren, bevor sie sich von der nächsten Innovationswelle verführen lassen. Zwei Fragen gehen damit einher: Wie kann die Trennlinie zwischen verschiedenen Technologien beseitigt werden, um völlig neue integrierte Lösungen zu schaffen? Und wie können menschliche und technologische Fähigkeiten besser miteinander in Einklang gebracht werden, um die Wertigkeit von beiden zu steigern? Vor diesem Hintergrund wird 2019 ein interessantes Jahr für den traditionellen Einzelhandel sein, in dem einige Trends die Handelslandschaft neu prägen werden.

Omnipräsenz wird zum neuen „Omnichannel“

Verkauf im Laden und E-Commerce werden nicht mehr getrennt, stattdessen gibt nur noch ein einziges, zusammenhängendes Verkaufsgeschehen. Für die meisten Einzelhändler wird das Online- das Offline-Geschäft antreiben und umgekehrt. Die meisten Verbraucher werden sich in mehreren Kanälen bewegen. Ein gutes Beispiel dafür ist die kürzliche Eröffnung eines Amazon Stores in New York, in dem nur Produkte verkauft werden, die online eine hohe Bewertung aufweisen. Darüber hinaus wird der Kundenservice zunehmend automatisiert, wobei KI-fähige Live-Chats und virtuelle Assistenten die Kommunikationswege beherrschen werden.

Intelligente Geschäfte schließen die Lücke zwischen digitaler und physischer Welt

Der Aufstieg sogenannter intelligenter Geschäfte wird sich 2019 weiter beschleunigen. Das Geschäft der Zukunft wird deutlich stärker digitalisiert und von mehreren intelligenten Vorrichtungen charakterisiert, die auf einer einzigen IoT-Plattform zusammenarbeiten und hyperpersonalisierte Erlebnisse ermöglichen. Technologien wie interaktive Spiegel und 3D-Scanner werden schon bald installiert sein. Auf längere Sicht werden Händler digitale Arbeitsplatzstrategien verfolgen, um die Stärken von Mensch und Maschine zu kombinieren.

Künstliche Intelligenz wird den Erwartungen des Hypes gerecht

Die KI-gesteuerte und damit optimierte Produktsuche wird zu den produktivsten Innovationen zählen. Kameras werden neuronale Netzwerke nutzen, um Bilder zu interpretieren, ohne Suchanfragen über von Verbrauchern aufgenommene Produktfotos durchführen zu müssen. Die Konsumenten werden dorthin geleitet, wo das Produkt zu kaufen ist. Die Genauigkeit von KI-fähiger Sprachsuche wird sich ebenfalls deutlich verbessern. Ausgefeilte Algorithmen ermöglichen den Verbrauchern, emotionale Fragen wie: „Sollte ich?“ zu stellen und daraufhin personalisierte Empfehlungen zu erhalten.

Der Inhalt bleibt König 

Das Umfeld im Einzelhandel wird immer immersiver werden, wobei hochwertige Inhalte über eine Kombination aus Augmented Reality (AR), Virtual Reality (VR) und Mixed Reality das Erlebnis verdichten. Während sich VR schon frühzeitig im Einzelhandel etabliert hat, wird AR 2019 an Popularität gewinnen und sich mit einem erwarteten Umsatz von 123 Milliarden US-Dollar bis 2024 als klarer „Gewinner“ erweisen. Der nächste AR-Entwicklungsschritt wird durch Stereokameras und 3D-Sensoren gekennzeichnet sein, um noch realistischere Erlebnisse zu bieten.

Sprachsteuerung ersetzt Touchscreens 

30 Prozent der Web-Browsing-Sitzungen werden bis 2020 ohne Touchscreen durchgeführt. Längerfristig wird Sprachsteuerung Touchscreens als vorherrschende Kundenschnittstelle ersetzen. Mit der Zeit werden diese Gesprächsplattformen menschenähnlichere Eigenschaften annehmen und erweiterte sensorische Rezeptoren aufweisen, die es der Plattform ermöglichen, Emotionen basierend auf Stimmlage oder sogar Gesichtsausdrücken zu erkennen und darauf zu reagieren.

„Auch wenn es unmöglich ist, sich der Faszination der neuesten Technologie zu entziehen, müssen Einzelhändler vermeiden, dem nächstbesten, neuen Objekt zu verfallen. Stattdessen müssen sie sich darüber Gedanken machen, wie diese verschiedenen Technologien in ein Gesamtbild des Kundenerlebnisses eingefügt und zu einem unverwechselbaren Wert transformiert werden können“, sagt Scott Clarke, Chief Digital Officer und Global Consulting Leader, Retail, Consumer Goods, Travel and Hospitality bei Cognizant. „Im Bestreben durch den digitalen Tsunami zu navigieren und das kommende Jahr zu planen, sollten Händler den Schwerpunkt darauf legen, Technologien ,realer‘, menschlicher und skalierbarer zu machen und zugleich die Lücke zwischen der physischen und der digitalen Welt zu schliessen.“

Beitragsbild: Scott Clarke, Chief Digital Officer und Global Consulting Leader, Retail, Consumer Goods, Travel and Hospitality bei Cognizant

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