Durchbruch für Mobile Payment dank ApplePay?

Der Durchbruch von mobilen Zahlungsverfahren wurde immer wieder aufs Neue prophezeit. Aber eingetroffen ist er dann bis heute nicht.

Zahlungen mit dem Smartphone per QR-Code oder Scannen einer EAN waren als mögliche Varianten angesagt worden. Auch die Schweizerische Paymentindustrie war nicht untätig und lancierte zusammen mit der Swisscom die Lösung „Tapit“. Wieso sich bis dato noch keine so vollblumig angekündigte Methode in Szene setzen konnte, liegt an Abgrenzungsproblemen über die Hoheit des Kunden zwischen den Lösungsanbietern und dem Handel sowie auch daran, dass die Lösungen nationaler Prägung sind. Auf jeden Fall ist mit Ausnahme von PayPal keine der angebotenen Lösungen wirklich grenzüberschreitend nutzbar.

Nun scheint es aber so, dass Apple was Usability betrifft wieder einmal mehr die Nase vorne hat und auf ganz clevere Art auch noch das Businessmodell geändert hat. In den USA bezahlen die Kreditkartenorganisationen Apple für die Listung eine Gebühr von 0.15 Prozent des Transaktionsbetrags!

Damit ApplePay benutzt werden kann, wird iPhone6 und seitens des Händlers die NFC-Technologie vorausgesetzt. Der Nutzer hinterlegt im Passbook-App mittels manueller Dateneingabe oder Abfotografieren die Kartendaten und bestimmt deren Präferenz bei der Bezahlung. Apple verwendet dazu ein eigenes Secure-Element, dieses verknüpft eine Referenznummer für die im Passbook hinterlegte Karte mit einem dynamisch generierten Sicherheitscode. Die Authentifizierung erfolgt dann über den Fingerabdruck-Scanner auf dem iPhone. Die Handhabung für den Kunden ist also sehr simpel und auch was den Kassiervorgang betrifft auch sehr schnell.

Die Schweizerischen Retailer sind auf ApplePay vorbereitet. Mit der in jüngster Zeit durchgeführten Ablösung der Zahlterminalpopulation durch NFC-fähige Geräte ist die Technologie an den Kassen bereits vorhanden und mit der Nutzung des kontaktlosen Bezahlens ist auch der Karteninhaber bereits vertraut. Wird sich ApplePay erfolgreich durchsetzen, werden die anderen Anbieter wie Google mitziehen müssen. Dies könnte dann die Suche nach einem länderübergreifenden Standard beenden und dem Konsumenten erlauben, ohne Portemonnaie auf Einkaufstour zu gehen.

Herzlichst, Ihr Jürg Baumgartner

Jürg Baumgartner ist Gründer und Geschäftsführer der Data Connect AG, Fach- und Buchautor und ein gefragter Referent. Der eidg. dipl. Wirtschaftsinformatiker und Betriebsökonom hat mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Retail- und IT-Branche. In leitender Funktion bei einer Unternehmungsberatung und danach in einem Softwarehaus führte er bei zahlreichen renommierten Schweizer Unternehmungen Handels- und PPS-Applikationen ein, bevor er sich 1986 auf den Einzelhandel spezialisierte.

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